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Kleine Keim-Kunde

Wir sind täglich von unglaublich vielen Keimen umgeben und in unserem Körper sind sie ebenfalls sehr aktiv. Dort brauchen wir sie auch, damit unser Organismus "rund läuft". Aber es gibt Keime, die uns schaden können - wir werden krank. Meist kann sich unser Körper dank des Immunsystems gegen Infektionen ganz gut wehren, aber wie das Sprichwort so schön sagt: "Vorsorge ist besser als Nachsorge!"


Hier wollen wir einen kleinen Einblick in die Welt und Vielfalt der Keime geben – Bakterien, Pilze, Viren. Was kreucht und fleucht alles auf Oberflächen oder infiziert uns über die Luft. Wie können wir uns anstecken und wie lange überleben die Biester überhaupt?

Name: Listerien Art: Bakterium Symptome: Bei intaktem Immunsystem bleibt der Krankheitsverlauf bei den meisten Menschen symptomlos. Es können gelegentlich ein leichtes Krankheitsgefühl und Fieber auftreten. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es zu schweren grippeähnlichen Zuständen kommen. Schwerwiegende Folgen können Listerien auf Un- und Neugeborene haben. Es kann zu Früh- und Totgeburten kommen, oder zu einer Neugeborenen-Listeriose, die mit einer schweren und häufig tödlichen Hirnhautentzündung einhergeht. Übertragungsweg: Die Bakterien finden sich in der Umwelt und im landwirtschaftlichen Bereich, aber auch Lebensmittel können durch die Verarbeitung kontaminiert werden. Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr dieser Lebensmittel, kann aber auch fäkal-oral durch gesunde Ausscheider oder durch direkten Kontakt mit infizierten Menschen, Tieren oder Erdböden erfolgen. Überleben: 1 Tag bis mehrere Monate auf Oberflächen

Name: Legionellen Art: Bakterium Symptome: Legionellen verursachen beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder, von grippeartigen Beschwerden, dem Pontiac-Fieber, bis zu schweren Lungenentzündungen, der sogenannten Legionärskrankheit. Übertragungsweg: Legionellen sind weltweit verbreitete Umweltkeime, die in geringer Anzahl natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind. Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C. Oberhalb von 60 °C werden sie meistens abgetötet und unterhalb von 20 °C vermehren sie sich kaum noch. Besonders in künstlichen Wassersystemen wie Wasserleitungen in Gebäuden finden die Erreger bei entsprechenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen. In Ablagerungen und Belägen des Rohrsystems können sich die Legionellen besonders gut vermehren. Die Erreger werden durch zerstäubtes, vernebeltes Wasser übertragen. Die erregerhaltigen Tröpfchen können sich in der Luft verbreiten und eingeatmet werden. Mögliche Ansteckungsquellen sind beispielsweise Duschen, Whirlpools, Luftbefeuchter oder Wasserhähne, ebenso Kühltürme. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Name: Staphylococcus aureus (inkl. MRSA, VRSA) Art: Bakterium Symptome: Das weltweit verbreitete Bakterium gehört zur Spezies der Staphylokokken. Es besiedelt Haut und Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum – meist aber ohne irgendwelche Beschwerden zu verursachen. Kommen die Keime jedoch in den Körper, z.B. über Wunden, können sie Furunkel, Abszesse, Meningitis, Wundinfektionen aber auch Lungenentzündung oder eine Sepsis verursachen. Tückisch daran, die inzwischen unter dem Begriff „Krankenhauskeime“ bekannten Stämme MRSA und VRSA sind inzwischen gegen Antibiotika resistent und können daher sehr schwer im Körper bekämpft werden. Übertragungsweg: Die Bakterien werden am häufigsten über die Hände von Mensch zu Mensch übertragen, verursachen aber erst im Körper z.B. in Wunden eine Infektion. Daher kann man sich auch selbst infizieren, wenn man mit kontaminierten Händen in eine Wunde fasst. Darüber hinaus kann der Erreger auch über Gegenstände und medizinische Instrumente übertragen werden, oder durch Kontakt mit Nutztieren, die das Bakterium tragen. Überleben: 7 Tage bis 7 Monate

Name: Streptokokken Art: Bakterium Symptome: Das am weitesten verbreitete Bakterium S. pyogenes kann viele verschiedene Krankheiten hervorrufen, darunter lokale eitrige Infektionen der Haut oder des Rachens, wie z.B. Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Rachen- oder Mandelentzündungen aber auch Scharlach. Wird eine Infektion nicht behandelt kann das zu weiteren Krankheiten, wie rheumatischem Fieber, neurologischen Auffälligkeiten oder auch Bewegungsstörungen führen. Übertragungsweg: Schmier- und Tröpfcheninfektion, direkten Kontakt oder über Oberflächen Überleben: 3 Tage bis 6,5 Monate

Name: Candida albicans

Art: Hefepilz

Symptome: Der Hefepilz besiedelt normalerweise dauerhaft Schleimhäute in Mund und Darm sowie die Haut. Besonders in warmen und feuchten Bereichen des Körpers kann sich der Candida albicans gut ausbreiten. Bei gesunden Menschen hat das Immunsystem den Hefepilz aber gut unter Kontrolle. Bei geschwächtem Immunsystem treten Hautinfektionen auf, aber auch ein Befall der inneren Organe oder eine Sepsis sind mögliche Folgen.

Übertragungsweg: Über direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Hautstellen oder über Oberflächen

Überleben: 1 Tag bis 4 Monate

Name: Influenza

Art: Virus

Symptome: Typische Symptome sind ein plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl, Fieber, Halsschmerzen und trockener Husten, begleitet von Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Ist die Infektion unkompliziert, klingt sie meist nach fünf bis sieben Tagen ab. Es kann allerdings auch schwere Verläufe nehmen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen. Als häufigste Komplikation werden Lungenentzündungen gefürchtet oder Mittelohrentzündungen bei Kindern.

Übertragungsweg: Die Ansteckung mit dem Influenzavirus erfolgt meist über die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch oder von Oberflächen auf den Menschen. Durch Husten, Niesen, ja sogar sprechen, können andere in der Umgebung sich bei Infizierten anstecken.

Überleben: 1 bis 2 Tage

Name: Escherichia coli (E. coli)

Art: Bakterium

Symptome: Es gibt „harmlose“ E. coli Bakterien, die Teil der normalen Darmflora des Menschen sind. Die schädlichen Varianten können Harnwegsinfektionen, schwere Durchfallerkrankungen, Wund- und Atemwegsinfekte sowie Blutvergiftungen verursachen. Die Bakterien sind auch die häufigsten Verursacher von Infektionen nach Operationen, sogenannter nosokomialer Infektionen.

Übertragungsweg: Die Übertragung erfolgt durch die Aufnahme kleinster Fäkalspuren über direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminierten Personen, Tieren oder Gegenständen. Ebenso können unzureichend erhitzte Nahrung oder verunreinigtes Wasser, auch beim Baden, Infektionen hervorrufen. Die Inkubationszeit beträgt drei bis fünf Tage.

Überleben: 1,5 Stunden bis 16 Monate

Name: Salmonellen

Art: Bakterium

Symptome: Typische Lebensmittelvergiftung mit starkem Durchfall

Übertragungsweg: Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder indirekt durch kontaminierte Lebensmittel oder über Oberflächen. Klassische Beispiele für Infektionsquellen sind nicht ausreichend erhitzte Eier oder Geflügel, rohes Fleisch oder Speiseeis. Die Bakterien können aber auch über verunreinigte Küchenutensilien (z.B. Schneidebretter) ins Essen gelangen.

Überleben: 1 Tag bis zu 4 Jahre

Name: Corona (COVID-19; SARS-CoV-2)

Art: Virus

Symptome: Leichte Erkältungssymptome mit Husten Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust, bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen, manchmal aber auch keinerlei Symptome trotz Infektion.

Übertragungsweg: Hohe Infektionsgefahr durch Tröpfcheninfektion bzw. Aerosole, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen sowie durch Oberflächen

Überleben: bis zu 28 Tage

To be continued...



Quellen:

https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/uebertragungswege.html

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/infekt_node.html

https://www.hygiene-in-practice.de/pathogene/


Bilder:

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Veröffentlichungsdatum: 4. Februar 2021 (Letztes Update: 10. November 2021)




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