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Kleine Keimkunde

Wir sind täglich von unglaublich vielen Keimen umgeben und in unserem Körper sind sie ebenfalls sehr aktiv. Dort brauchen wir sie auch, damit unser Organismus "rund läuft". Aber es gibt Keime, die uns schaden können - wir werden krank. Meist kann sich unser Körper dank des Immunsystems gegen Infektionen ganz gut wehren, aber wie das Sprichwort so schön sagt: "Vorsorge ist besser als Nachsorge!"


Schematische Abbildung eines Affenpockenvirus
Affenpockenvirus

Hier wollen wir einen kleinen Einblick in die Welt und Vielfalt der Keime geben – Bakterien, Pilze, Viren. Was kreucht und fleucht alles auf Oberflächen oder infiziert uns über die Luft. Wie können wir uns anstecken und wie lange überleben die Biester überhaupt?

 

Name: Affenpockenvirus Orthopoxvirus simiae (auch Monkeypox virus, MPXV)

Art: Virus


Symptome: Erste Symptome der Krankheit sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich Hautveränderungen, welche simultan die Stadien vom Fleck bis zur Pustel durchlaufen und letztlich verkrusten und abfallen. Der Ausschlag konzentriert sich in der Regel auf Gesicht, Handflächen und Fußsohlen. Die Haut- und Schleimhautveränderungen können auch auf dem Mund, den Genitalien und den Augen gefunden werden. Die Symptome halten in der Regel zwischen zwei und vier Wochen an und verschwinden ohne Behandlung von selbst. Zu den Komplikationen in endemischen Ländern gehören Hirnentzündung, bakterielle Hautinfektionen, Flüssigkeitsverlust, Bindehaut-, Hornhaut- und Lungenentzündung.


Übertragungsweg: Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt möglich, kann aber durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten, den typischen Hautveränderungen (z.B. Bläscheninhalt, Schorf) der Affenpocken-Infizierten auftreten. Es ist derzeit nicht sicher, ob Affenpocken durch direkte sexuelle Übertragungswege (z. B. durch Sperma oder Vaginalsekret) verbreitet werden können, aber direkter Hautkontakt mit Läsionen während sexueller Aktivitäten kann das Virus verbreiten. Besonders hohe Viruskonzentrationen befinden sich in den typischen Pockenläsionen (Hautveränderungen). Eine Übertragung ist bereits bei Auftreten noch unspezifischer Symptome (wie z.B. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen) noch vor Auftreten der Hautläsionen bei Face-to-Face-Kontakt durch ausgeschiedene Atemwegssekrete möglich. Auch über Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Gegenstände wie Essgeschirr, die durch den Kontakt mit einer infizierten Person mit dem Virus kontaminiert wurden, können andere sich infizieren. Geschwüre, Läsionen oder Wunden im Mund können ebenfalls ansteckend sein, d. h. das Virus kann dann auch über den Speichel solcher Infizierten übertragen werden.


Die Eintrittspforte sind häufig kleinste Hautverletzungen sowie alle Schleimhäute (Auge, Mund, Nase, Genitalien, Anus) und möglicherweise auch die Atemwege. Infizierte sind ansteckend, solange sie Symptome haben (in der Regel zwei bis vier Wochen lang).


Überleben: Affenpockenviren können über lange Zeiträume (Tage bis Monate) auf Oberflächen (z.B. Gläser, Besteck, Nachttisch) oder Stoffen (z.B. Bettwäsche oder Handtücher) überleben und infektiös sein.


 

Name: Masern Art: Virus Symptome: Eine Maserninfektion beginnt meist wie eine Grippe mit Schnupfen, Husten, Fieber und Entzündungen des Nasen-Rachen-Raums oder Bindehaut. Typisch für Masern ist ein Ausschlag mit weiß bis blau-weißen Flecken auf der Mundschleimhaut und den nach drei bis sieben Tagen entstehenden rosa-bräunlichen Flecken auf der Körperhaut, die bis zu einer Woche bestehen bleiben. Das hartnäckigste Symptom ist aber eine Immunschwäche, die bis zu sechs Wochen anhält und weitere Erkrankungen begünstigen kann. Übertragungsweg: Die Masernviren werden von Mensch zu Mensch und über Oberflächen übertragen. Besonders tricky, die hochansteckenden Viren können auch über mehrere Meter durch eine Tröpfchen-Infektion weitergegeben werden. Deswegen gibt es auch eine Meldepflicht und Infizierte sollten auch nach Möglichkeit isoliert werden. Überleben: 2 Stunden an der Luft


 

Name: Herpes simplex

Art: Virus


Symptome: Die häufigsten Formes des behüllten Virus sind Herpes labialis (Lippenherpes), und Herpes genitalis (Genitalherpes).

Bei der häufigsten Variante, dem Herpes labialis, fängt es meist mit einem leichten Kribbeln an. Betroffene kennen das unangenehme Gefühl und wissen sofort was zu tun ist – die richtige Creme oder Patches in der Apotheke besorgen. Es kommt innerhalb kürzester Zeit zu wunden, empfindlichen Stellen mit kleinen Bläschen rund um den Mund. Die Bläschen füllen sich mit klarer Flüssigkeit und platzen nach wenigen Tagen. Zurück bleibt eine kleine Wunde, die schnell verkrustet und nach 8 bis 14 Tagen abgeheilt ist. Betroffene fühlen sich häufig krank und erschöpft.

Herpes genitalis äußert sich ebenfalls durch mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, welche jedoch im Genitalbereich auftreten. Auch bei dieser Erkrankung platzen sie nach 1-2 Tagen und heilen anschließend ab. Weitere Symptome können Schmerzen im Intimbereich, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber sein. Auch diese Symptome klingen innerhalb weniger Tage ab.


Übertragungsweg:

Die Übertragung beider Varianten erfolgt über die Schmierinfektion durch Speichel bzw. Genitalsekrete, Schleimhäute oder einfachen Hautkontakt.


Überleben: 4,5 Stunden bis 8 Wochen


 

Name: Pseudomonas aeruginosa Art: Bakterium

Symptome: Das tückische an diesen Bakterien ist, dass die meisten Stämme eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt haben. So ist eine Lungenentzündung, Wund-oder Harnwegsinfektion oder im schlimmsten Fall auch eine Sepsis (Blutvergiftung), die von den Bakterien verursacht werden können, inzwischen sehr schwer zu behandeln. Vorerkrankte, wie Beispielsweise Mukoviszidose-Patienten, Krankenhauspatienten, Ältere oder Säuglinge sind besonders gefährdet.

Übertragungsweg: Die Krankheitserreger gelangen häufig über winzige Tröpfchen in der Luft (sog. Aerosole) in den Körper. Durch Husten oder Niesen können die Bakterien mehrere Meter weit „fliegen“ und dann von einer anderen Person eingeatmet werden. Forscher wiesen nach, dass die winzigen Teilchen länger als 45 Minuten in der Raumluft schweben können. Pseudomonaden werden aber auch mit der Nahrung aufgenommen oder durch direkten Kontakt über Hände und Gegenstände verbreitet. Eine sorgfältige Händehygiene ist daher sehr wichtig.

Überleben: 6 Stunden bis 16 Monate; auf trockenen Böden: 5 Wochen


 

Name: Listerien Art: Bakterium

Symptome: Bei intaktem Immunsystem bleibt der Krankheitsverlauf bei den meisten Menschen symptomlos. Es können gelegentlich ein leichtes Krankheitsgefühl und Fieber auftreten. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es zu schweren grippeähnlichen Zuständen kommen. Schwerwiegende Folgen können Listerien auf Un- und Neugeborene haben. Es kann zu Früh- und Totgeburten kommen, oder zu einer Neugeborenen-Listeriose, die mit einer schweren und häufig tödlichen Hirnhautentzündung einhergeht.

Übertragungsweg: Die Bakterien finden sich in der Umwelt und im landwirtschaftlichen Bereich, aber auch Lebensmittel können durch die Verarbeitung kontaminiert werden. Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr dieser Lebensmittel, kann aber auch fäkal-oral durch gesunde Ausscheider oder durch direkten Kontakt mit infizierten Menschen, Tieren oder Erdböden erfolgen.

Überleben: 1 Tag bis mehrere Monate auf Oberflächen


 

Name: Legionellen Art: Bakterium

Symptome: Legionellen verursachen beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder, von grippeartigen Beschwerden, dem Pontiac-Fieber, bis zu schweren Lungenentzündungen, der sogenannten Legionärskrankheit.

Übertragungsweg: Legionellen sind weltweit verbreitete Umweltkeime, die in geringer Anzahl natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind. Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C. Oberhalb von 60 °C werden sie meistens abgetötet und unterhalb von 20 °C vermehren sie sich kaum noch. Besonders in künstlichen Wassersystemen wie Wasserleitungen in Gebäuden finden die Erreger bei entsprechenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen. In Ablagerungen und Belägen des Rohrsystems können sich die Legionellen besonders gut vermehren. Die Erreger werden durch zerstäubtes, vernebeltes Wasser übertragen. Die erregerhaltigen Tröpfchen können sich in der Luft verbreiten und eingeatmet werden. Mögliche Ansteckungsquellen sind beispielsweise Duschen, Whirlpools, Luftbefeuchter oder Wasserhähne, ebenso Kühltürme. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.


 

Name: Staphylococcus aureus (inkl. MRSA, VRSA) Art: Bakterium

Symptome: Das weltweit verbreitete Bakterium gehört zur Spezies der Staphylokokken. Es besiedelt Haut und Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum – meist aber ohne irgendwelche Beschwerden zu verursachen. Kommen die Keime jedoch in den Körper, z.B. über Wunden, können sie Furunkel, Abszesse, Meningitis, Wundinfektionen aber auch Lungenentzündung oder eine Sepsis verursachen. Tückisch daran, die inzwischen unter dem Begriff „Krankenhauskeime“ bekannten Stämme MRSA und VRSA sind inzwischen gegen Antibiotika resistent und können daher sehr schwer im Körper bekämpft werden.

Übertragungsweg: Die Bakterien werden am häufigsten über die Hände von Mensch zu Mensch übertragen, verursachen aber erst im Körper z.B. in Wunden eine Infektion. Daher kann man sich auch selbst infizieren, wenn man mit kontaminierten Händen in eine Wunde fasst. Darüber hinaus kann der Erreger auch über Gegenstände und medizinische Instrumente übertragen werden, oder durch Kontakt mit Nutztieren, die das Bakterium tragen.

Überleben: 7 Tage bis 7 Monate


 

Name: Streptokokken Art: Bakterium

Symptome: Das am weitesten verbreitete Bakterium S. pyogenes kann viele verschiedene Krankheiten hervorrufen, darunter lokale eitrige Infektionen der Haut oder des Rachens, wie z.B. Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Rachen- oder Mandelentzündungen aber auch Scharlach. Wird eine Infektion nicht behandelt kann das zu weiteren Krankheiten, wie rheumatischem Fieber, neurologischen Auffälligkeiten oder auch Bewegungsstörungen führen.

Übertragungsweg: Schmier- und Tröpfcheninfektion, direkten Kontakt oder über Oberflächen

Überleben: 3 Tage bis 6,5 Monate


 

Name: Candida albicans

Art: Hefepilz


Symptome: Der Hefepilz besiedelt normalerweise dauerhaft Schleimhäute in Mund und Darm sowie die Haut. Besonders in warmen und feuchten Bereichen des Körpers kann sich der Candida albicans gut ausbreiten. Bei gesunden Menschen hat das Immunsystem den Hefepilz aber gut unter Kontrolle. Bei geschwächtem Immunsystem treten Hautinfektionen auf, aber auch ein Befall der inneren Organe oder eine Sepsis sind mögliche Folgen.


Übertragungsweg: Über direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Hautstellen oder über Oberflächen


Überleben: 1 Tag bis 4 Monate


 

Name: Influenza

Art: Virus


Symptome: Typische Symptome sind ein plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl, Fieber, Halsschmerzen und trockener Husten, begleitet von Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Ist die Infektion unkompliziert, klingt sie meist nach fünf bis sieben Tagen ab. Es kann allerdings auch schwere Verläufe nehmen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen. Als häufigste Komplikation werden Lungenentzündungen gefürchtet oder Mittelohrentzündungen bei Kindern.


Übertragungsweg: Die Ansteckung mit dem Influenzavirus erfolgt meist über die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch oder von Oberflächen auf den Menschen. Durch Husten, Niesen, ja sogar sprechen, können andere in der Umgebung sich bei Infizierten anstecken.


Überleben: 1 bis 2 Tage


 

Name: Escherichia coli (E. coli)

Art: Bakterium


Symptome: Es gibt „harmlose“ E. coli Bakterien, die Teil der normalen Darmflora des Menschen sind. Die schädlichen Varianten können Harnwegsinfektionen, schwere Durchfallerkrankungen, Wund- und Atemwegsinfekte sowie Blutvergiftungen verursachen. Die Bakterien sind auch die häufigsten Verursacher von Infektionen nach Operationen, sogenannter nosokomialer Infektionen.


Übertragungsweg: Die Übertragung erfolgt durch die Aufnahme kleinster Fäkalspuren über direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminierten Personen, Tieren oder Gegenständen. Ebenso können unzureichend erhitzte Nahrung oder verunreinigtes Wasser, auch beim Baden, Infektionen hervorrufen. Die Inkubationszeit beträgt drei bis fünf Tage.


Überleben: 1,5 Stunden bis 16 Monate


 

Name: Salmonellen

Art: Bakterium


Symptome: Typische Lebensmittelvergiftung mit starkem Durchfall


Übertragungsweg: Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder indirekt durch kontaminierte Lebensmittel oder über Oberflächen. Klassische Beispiele für Infektionsquellen sind nicht ausreichend erhitzte Eier oder Geflügel, rohes Fleisch oder Speiseeis. Die Bakterien können aber auch über verunreinigte Küchenutensilien (z.B. Schneidebretter) ins Essen gelangen.


Überleben: 1 Tag bis zu 4 Jahre


 

Name: Corona (COVID-19; SARS-CoV-2)

Art: Virus


Symptome: Leichte Erkältungssymptome mit Husten Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust, bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen, manchmal aber auch keinerlei Symptome trotz Infektion.


Übertragungsweg: Hohe Infektionsgefahr durch Tröpfcheninfektion bzw. Aerosole, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen sowie durch Oberflächen


Überleben: bis zu 28 Tage


 

To be continued...



Quellen:

https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/uebertragungswege.html

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/infekt_node.html

https://www.hygiene-in-practice.de/pathogene/

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Affenpocken/affenpocken_gesamt.html

https://www.aidshilfe.de/affenpocken#wie-lange-bleiben-affenpockenviren-mpxv-aktiv-


Bilder:

AdobeStock_506395216_Affenpockenvirus


Veröffentlichungsdatum: 4. Februar 2021 (Letztes Update: 21. Juni 2022)




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