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UV A/B/C-Licht – was ist eigentlich der Unterschied?

Aktualisiert: Okt 15

Die schönste Form Licht wahrzunehmen, ist wohl der Regenbogen. Das ganze Farbspektrum von Rot bis Violett lässt unser Herz höherschlagen, wenn dieses Naturphänomen auftritt. Doch da ist noch mehr, das haben wir bereits in der Schulzeit gelernt. Unser Auge kann längst nicht alle Lichtwellen wahrnehmen. Es gibt noch das Infrarotlicht und das ultraviolette (UV) Licht, welches in die Röntgenstrahlen übergeht. UVA- und UVB-Licht wird meist im Zusammenhang mit den Auswirkungen auf die Haut und Sonnenschutz genannt, aber welche Unterschiede gibt es eigentlich und wie ist UVC-Licht einzuschätzen?


Ultraviolettes Licht ist der energiereichste Teil der Sonnenstrahlung und wird anhand seiner Wellenlänge in die UV-Bereiche A, B und C unterteilt. Auf Grund der unterschiedlichen Wellenlängen reichen die Strahlen auch unterschiedlich weit bis zur Erdoberfläche. UVA-Strahlen haben die längste Wellenlänge (400 bis 315 Nanometer) und erreichen meist ungehindert die Erde. UVB wird mit einer mittleren Wellenlänge (315 bis 280 Nanometer) zu mindestens 90 % durch die Ozonschicht in der Atmosphäre ausgefiltert. Nur bis zu 10 % der energiereichen Strahlung erreicht somit die Erdoberfläche, vorausgesetzt die Ozonschicht ist intakt. Der energiereichste Teil des Lichtspektrums, die UVC Strahlung mit der niedrigsten Wellenlänge (280 bis 100 Nanometer) wird durch die Ozonschicht vollständig gefiltert. Und das ist auch gut so, denn je kürzer die Wellenlänge, desto schädlicher ist sie auf Organismen.


Einfluss der Umgebung auf die Intensität

Die Intensität der UVA- und UVB-Strahlen können auf der Erde von verschiedenen Faktoren zusätzlich beeinflusst werden. Heller Sand oder Schnee im Urlaub können die Strahlen reflektieren und dadurch um bis zu 80 % verstärken. Aber auch Tages- oder Jahreszeit, und die Bewölkung haben starken Einfluss auf die Stärke der Strahlung. So werden UV-Strahlen durch Nebel oder dünne Wolken kaum abgehalten, sondern können in bestimmten Situationen die UV-Belastung durch Streuung sogar erhöhen. Auch der Ort ist ausschlaggebend, denn am Äquator ist die Strahlung intensiver als am Polarkreis. Wird die Strahlung am Meer durch Sand und Wasser reflektiert und somit verstärkt, intensiviert sich die Strahlung ebenfalls mit zunehmender Höhe über dem Meeresspiegel, da sie durch die Luftschichten nicht so stark gefiltert wird. Selbst einen halben Meter unter Wasser erreicht die Strahlung immer noch einen Wert von 40 % der Intensität an der Wasseroberfläche.


Gesunde oder ungesunde Strahlung

Ohne Zweifel, Sonnenlicht ist für uns alle unverzichtbar. Es hebt das Gemüt, kurbelt die eigene Vitamin D-Produktion im Körper und das Immunsystem an, wärmt, lässt unsere Pflanzen wachsen und bestimmt unser Klima. Ohne Sonnenlicht würde unsere Erde nicht existieren. Aber zu viel von etwas, war noch nie gut und so verhält es sich auch beim Sonnenlicht, wenn es auf unsere Haut oder Augen trifft. Nicht von ungefähr kommt die Empfehlung der Medizin, sich immer mit einem hohen Lichtschutzfaktor in Brille und Creme zu schützen, denn die Strahlung ist äußerst schädlich für unsere Augen und unsere Haut. Akute und langfristige Veränderungen durch Schädigungen des Erbguts (DNA) sind die Folge. Können kleine, akute Schäden vom Körper meist noch repariert werden, machen sich die langfristigen Schäden erst viel später bemerkbar. Akut können es Bindehautentzündungen oder Sonnenbrand sein, langfristig jedoch Erblindung oder Hautkrebs.


UVC-Strahlung – der heimliche Star?

Doch wie verhält es sich mit UVC-Licht, das auf natürlichem Weg gar nicht bis zu uns auf die Erde vordringt, sondern nur künstlich erzeugt werden kann? Es ist noch schädlicher! Aber, seine extrem schädliche Wirkung hat sich die Menschheit äußerst positiv zu Nutzen gemacht. Seit über hundert Jahren ist die keimabtötende Wirkung bekannt und künstlich erzeugtes UVC -Licht wird inzwischen erfolgreich in Kliniken zur Desinfektion von OP-Räumen, in Laboren oder auch von Kommunen zur Reinigung von Trinkwasser eingesetzt. Die UV-Strahlung dringt durch die Hülle der Mikroorganismen, wie Bakterien, Pilze oder Viren und zerstört wichtige Verbindungen in der DNA. Dadurch wird die Vervielfältigung des Erbguts unmittelbar unterbunden und der Keim kann sich nicht mehr vermehren und verbreiten. Er ist unschädlich. So schädlich die UVC-Strahlung auf die DNA der Keime wirkt, so schädlich ist sie allerdings auch für die DNA des Menschen. Daher sollte UVC-Licht nicht offen, unbedacht oder ungeschult eingesetzt werden, denn langfristig kann es zu ernsthaften Schäden im Erbgut führen und Krebs verursachen.


UVC im Kampf gegen Corona

Inzwischen ist der Einsatz von UVC-Licht aber kein Geheimtipp mehr, sondern nicht zuletzt dank Corona sehr bekannt geworden. Es gibt inzwischen sehr viele Möglichkeiten UVC-Licht gegen Keime einzusetzen. Auch das aktuelle Coronavirus kann durch UVC-Luftfilteranlagen, mit Desinfektionsrobotern für Räume oder auch unser Desinfektionsmodul für Rolltreppenhandläufe ESCALITE unschädlich gemacht werden. Wichtig dabei zu beachten sind allerdings die geprüfte Sicherheit und Wirksamkeit, damit es im Nachhinein kein böses Erwachen gibt – keine Wirkung auf Keime oder irreversible körperliche Schäden.


Quellen:

Bundesamt für Strahlenschutz

https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv_node.html (zuletzt aufgerufen am 05.02.2021)


Fotocredit:

- Grafik adaptiert nach bfs.de

- jplenio/pixabay.com


Veröffentlicht am: 26. März 2021

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